Ein Angebot der Katholischen Kirche in Neunkirchen

Willkommen bei Momentum - Kirche am Center

Wir öffnen wieder!

Warten auf der Kirchenbank

Pastoralreferentin Jennifer Schmitt und Diakon Oswald Jenni warten vor dem Momentum wieder auf die Gäste. Seit Mitte März war das Momentum, bedingt durch die Einschränkungen der Coronakrise, geschlossen. Nach der langen Schließzeit, sind ab dem 2. Juli wieder Gäste und Besucher, zunächst donnerstags und freitags, herzlich willkommen. Mit Unterstützung der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, wird auch das Beratungsangebot in den nächsten Wochen wieder wie gewohnt weiter hochgefahren.

Aktuelles aus dem Momentum

Fachberatung im Momentum

Im Rahmen unserer aktuellen Öffnungszeiten (ab 02. Juli jeden Donnerstag und Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr) finden im Momentum wieder folgende Beratungszeiten statt:

  • Donnerstag | 10:00 bis 11:30 Uhr:
    Allgemeine Sozialberatung für Menschen in schwierigen Lebenssituationen (Caritasverband Schaumberg-Blies)
  • Donnerstag | 11:30 bis 13:00 Uhr:
    Beratungszeit für Angehörige schwerkranker Menschen  (Ambulantes Hospiz St. Josef Neunkirchen)

Alle anderen Unterstützungsangebote unserer Kooperationspartner stehen Ihnen weiterhin telefonisch und online zur Verfügung:

„Mein Leben zur Sprache bringen“

Seelsorgegespräche finden wieder statt

Sein Leben zur Sprache bringen, mit all seinen Höhen und Tiefen. Hauptamtliche Seelsorgerinnen  und Seelsorger hören Ihnen zu. Sie bringen ins Wort, was Sie beschäftigt, lähmt, glücklich macht, bedrückt, gefangen hält ...

Wir werden gemeinsam nach neuen Antworten und Perspektiven suchen. Dabei kann es auch um Vergebung gehen: sich selbst vergeben und anderen vergeben und dabei entdecken, wie befreiend zugesagte Vergebung ist. Wir glauben einem Gott der Barmherzigkeit und Güte. In diesem Zusammenhang ist das Gespräch mit dem Priester auch als Beichtgelegenheit gedacht.

Es findet wieder am ersten und dritten Donnerstag im Monat jeweils von 16:00 – 18:00 Uhr statt. Am ersten Donnerstag wird ein Priester, am dritten Donnerstag ein hauptamtlicher pastoraler Mitarbeiter/eine hauptamtliche pastorale Mitarbeiterin im Momentum sein.

Hier die ersten Termine:

Donnerstag, 02.07.2020 | 16:00 – 18:00 Uhr
Seelsorgegespräch (mit der Möglichkeit zum Beichtgespräch)

Donnerstag, 16.07.2020 | 16:00 – 18:00 Uhr
Seelsorgegespräch

Donnerstag, 06.08.2020 | 16:00 – 18:00 Uhr
Seelsorgegespräch (mit der Möglichkeit zum Beichtgespräch)

Donnerstag, 20.08.2020 | 16:00 – 18:00 Uhr
Seelsorgegespräch

Donnerstag, 03.09.2020 | 16:00 – 18:00 Uhr
Seelsorgegespräch (mit der Möglichkeit zum Beichtgespräch)

Donnerstag, 17.09.2020 | 16:00 – 18:00 Uhr
Seelsorgegespräch

Das Momentum trauert um Dr. Gundo Lames

Am 1. April 2020 ist Dr. Gundo Lames im Alter von 62 Jahren verstorben. Alle  Ideen, Projekte und Initiativen brauchen Menschen die mit Kraft, Weitsicht und Vertrauen ermutigen und helfen „Schritte in die Zukunft“ der Kirche zu wagen. Das Projekt MOMENTUM – Kirche am Center ist ohne seine „Fürsprache“ im Hintergrund nicht denkbar. Wir sind dankbar für diese visionäre Erfahrung, die uns anspornt, Kirche in der Gesellschaft von Heute zu gestalten.

Das Leitungsteam, MOMENTUM – Kirche am Center

Nachruf Dr. Gundo Lames - Bistum Trier

„Auf Augenhöhe - Gesichter der Armut“ | 12.03.2020

Wenn das Leben einen Strich durch die Rechnung macht

Artikel von Anja Kernig, Saarbrücker Zeitung vom 18.03.2020

„Er hat uns einfach als Mensch gesehen.“ Wie Beate das sagt, klingt es nach etwas Kostbarem, Außergewöhnlichem, das ihr und den andere Modellen von Fotograf Pasquale D’Angiolillo entgegen gebracht wurde – und nicht nach einer absoluten Selbstverständlichkeit.

Die zierliche Frau mit dem ausdruckstarken, vom Leben gezeichneten Gesicht lebte selbst 25 Jahre auf der Straße. Wohin sie aus unvorstellbaren familiären Verhältnissen mit Schlägen und Vergewaltigung geflohen war. „Auf der Straße habe ich mich sicherer gefühlt als zu Hause.“ Sie selbst hilft anderen – über 20 Jahre arbeitet Beate nun schon in der Wärmestube und ist dort mittlerweile angestellt. Der Friedrichsthaler Fotograf hat sie und 13 weitere Frauen und Männer porträtiert – Menschen, für die unsere Gesellschaft oft nur noch Verachtung übrig hat. Würde und Anerkennung verliert schnell, wer in existentieller Armut lebt. Pasquale hielt da bewusst gegen: „Ich habe mit Respekt fotografiert.“ Ähnlich wie bei einer Liebschaft, aus der nichts geworden ist, fragte er sich, was aus diesen 14 Personen geworden wäre, wenn sie denn bessere Chancen gehabt hätten. „Ich traue jedem einzelnen von ihnen so viel zu.“

Nein, es war kein schönes und auch kein einfaches Thema, das die Besucher trotz Corona-Krise in großer Zahl auf Einladung der Stadt und Quartiersmanagerin Albena Olejnik in die Brückenstraße geführt hatte. Aber ein wichtiges, daran ließ Bürgermeisterin Lisa Kühn keinen Zweifel. „Auch in unserer Stadt gibt es Armut“, erklärte sie mit Verweis unter anderen auf den „Postpark“. Wobei sich das „Phänomen Armut“ sehr viel subtiler darstellt: „Denken Sie an den verklausulierten Begriff der sogenannten bildungsfernen Schichten“. Charakteristisch für diese ist, dass in Deutschland soziale Ungleichheit nach wie vor vererbt wird. „Der Lebensweg eines Kindes darf aber nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen“, so Lisa Kühn. Denn das ist alles andere als fair.

Abhilfe schafft der Zugang zu Bildung, die „das beste Mittel gegen Armut“ sei: „Daher bauen wir in Neunkirchen den frühkindlichen Bildungsbereich aus.“ Wichtig ist aber auch: die eigenen Augen nicht zu verschließen. „Die Fotoausstellung ist ein wichtiger Beitrag, um das Tabu aufzubrechen.“ Wobei das Mittel so einfach wie genial sei: „Was könnte treffender sein, um Armut sichtbar zu machen“, als von Armut Betroffene zu zeigen. Allerdings erfordert genau das enormen Mut von den Menschen vor der Kamera. Wofür den Porträtierten ein dickes Dankeschön und sehr viel Respekt gebührt. „Sie sind die Stars“, betonte auch Moderator Norbert Klein. Er ermunterte Beate, Jürgen und Stephan immer wieder dazu, von sich zu erzählen. Stephan, der an Schizophrenie leidet, war erst durch bereits entstandene Porträts zum Projekt gestoßen: „So will ich auch mal fotografiert werden“, das gab den Ausschlag für sein Mitwirken. „In den Jahren meiner Krankheit habe ich mich fast unsichtbar gefühlt.“ 

Von Klein gefragt, was für ihn „das Demütigendste an dieser Ausgrenzung“ gewesen ist, denkt Jürgen weniger an sich. Trotz seiner eigenen Not kümmerte er sich ehrenamtlich um andere. In der Abschlussrunde, in der alle ihre Wünsche zum Ausdruck bringen sollten, meinte er: „Ich erwarte eigentlich nur eines: Empathie.“ Und Wolfgang Edlinger, Vorsitzender der Saarländischen Armutskonferenz, ergänzte: „Das Thema Würde muss wieder größere Bedeutung haben.“